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Govinda Entwicklungshilfe e.V. will 171 Häuser und 4 Schulen in Nepal nach erfolgreicher Soforthilfe für 36000 Menschen aufbauen.
Unmittelbar nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal vom 25. April starteten Govinda und Shangrila in Zusammenarbeit mit ihren langjährigen nepalesischen Partnerorganisationen und der Stiftung Usthi/ Schweiz umfangreiche Soforthilfemassnahmen in den am meisten betroffenen Gebieten. Die zwei Erdbeben vom 25.04.15 und 12.05 forderten mehr als 8800 Todesopfer. 2.8 Millionen Menschen benötigen dringend Hilfe. 500000 von ihnen sind obdachlos. Die internationale Hilfe läuft schleppend an, so dass es in allen Bereichen an finanziellen Mitteln mangelt. Durch mehr als 3000 Nachbeben wurde den Menschen die kurze Zeitspanne vor dem mehrmonatigen Monsun genommen. Heftige Regenfälle erschweren die angespannte Situation. Erdrutsche, Nachbeben, die Zerstörung der Notunterkünfte und Notstände in der Grundversorgung der Menschen und Menschenhandel sind tägliche Realität und Epidemien zu befürchten.

Bereits seit dem 2 Tag besteht eine Notunterkunft für die Kinder des Waisenhauses. Systematische Erfassungen der Gesundheit und Schäden bei Angestellten, Jugendlichen, Schulpatenkindern (über 500 Personen) und in der Projektregion der Jugendorganisation SDA fanden parallel statt. Bislang konnten Govinda und Shangrila notleidende Menschen mit mehr als 55 Tonnen nepalesischen und indischen Hilfsgütern unterstützen. In 126 Dörfern und in 11 der 12 am stärksten betroffenen Gebiete, wurden 36414 Menschen unterstützt. Wir konnten diese direkte und zeitnahe Soforthilfe für die Menschen in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Usthi umsetzen, mit der wir einen Hilfskonvoi aus Kolkata/ Indien finanzierten.

„Noch während der Nothilfephase entschlossen wir uns, ein gemeinsames Wiederaufbauprojekt für zwei Projektdistrikte auszuarbeiten. Die Zielgruppe im Distrikt Lalitpur sind 100 Familien der Shangrila International Schule, die wir 2002 erbaut haben und seitdem unterstützen. Es handelt sich um die ärmsten Familien der umliegenden Dörfer, die aufgrund von wirtschaftlichen und sozialen Kriterien in öffentlich transparenten Verfahren ausgewählt wurden und deren Kinder von Govinda mit unserem umfassenden Schulpatenschaftsprogramm (SSP) versorgt werden. Die Zielgruppe in Makwanpur sind 60 Familien in der Region Bharta/ Kalikatar, in der wir mit unserer Jugendorganisation Shangrila Development Association umfangreiche Gemeindeprojekte umsetzen. 85 Prozent der hier lebenden Chepang Bevölkerung sind Analphabeten,“ berichtet Rocco Umbescheidt (Vorstandsvorsitzender)
Das mittelfristige Hilfsprojekt beinhaltet die Monsunnothilfe für 1400 Haushalte in beiden Distrikten. Sie haben in Notlagen während der dreimonatigen Monsunzeit 24H/Tag Zugang zu Hilfsgütern (Lebensmittel, Wasser, Medikamente, Babynahrung, Materialien für verbesserte temporäre Unterkünfte). Die Menschen werden unterstützt, ihre bisherigen Notunterkünfte zu stabilen, temporären Unterkünften umzubauen. Zudem werden sanitäre Anlagen, die Trinkwasserversorgung und mittels Trainings ein hygienisches Grundwissen sichergestellt. Noch während der Monsunzeit werden 160 Familien im Aufbau von erdbebensicheren Häusern praxisnah geschult. All dies passiert über Verteil- und Beratungszentren, die in Kalikatar (Makwanpur) und Chhampi (Lalitpur) erstellt wurden. Sie werden von einem neu aufgestellten Projektteam mit mehr als zehn Mitarbeitern sowie durch Sozialarbeiter im Feld betreut. „Von hier können wir rasch auf Notlagen, wie Nahrungsmittel- und andere Versorgungsengpässe, Epidemien, weitere Erdbeben und Erdrutsche reagieren. Notschlafplätze bieten obdachlosen Familien kurzfristigen Unterschlupf“, so Malte Schnitger, der als Projektkoordinator in Nepal für Govinda und Shangrila arbeitet.

Das Wiederaufbauprojekt sieht den Aufbau von 160 Häusern in Lalitpur und Makwanpur mit der geschulten Bevölkerung ab dem Ende der Regenzeit vor. Die Modellhäuser werden mit der Bevölkerung, nepalesischen Ingenieuren und einem Expertenteam von Govinda entwickelt, das bereits über langjährige Bauerfahrung in Nepal verfügt. Sichere Öfen, Erdbebensicherheit, der Einbezug lokaler Ressourcen und ökologische Toiletten sind wichtige Komponenten der Modellhäuser. Interessenten aus der Bevölkerung werden die Baupläne zur Verfügung gestellt.  „Durch die in den Verteil- und Beratungszentren angebotenen Schulungen, sowie die Entwicklung von Modelhäusern erwarten wir einen grossen Multiplikatoren Effekt“, berichtet Umbescheidt.
Zudem bauen Govinda und Shangrila zerstörte Schulen in der abgeschiedenen Region Bharta/ Kalikatar begleitend zum dort laufenden Schulprojekt für 500 Schüler wieder auf sowie vier temporäre Lernsysteme. 11 Angestellte und Jugendliche die ihre Häuser verloren haben, werden seit den ersten Tagen im Rahmen der Nothilfe umfassend unterstützt. Sie erhalten ebenfalls ein neues Haus.

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