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+ Tag 39: Bildung – Wege – Gesundheitscamp +

Inmitten der instabilen Lage haben diejenigen Schulen Nepals vor wenigen Tagen wieder geöffnet, die aufgrund unbeschädigter Räume oder durch den Aufbau von temporären Systemen einen Unterricht gewährleisten können. Ein bewegender, emotionaler Moment für das ganze Land und unsere Schul- und Waisenkinder, den Weg zur Shangrila International School und den bislang 11 weiteren in Nepal erbauten Schulen erstmals wieder zu gehen.
Wege vorbei an Ruinen von Häusern…., stumme Zeugen die daran erinnern, dass seit dem 25.04 vieles nicht mehr so ist wie es einst war. Wege die nicht mehr existieren….., wie beispielsweise in Langtang das komplett verwüstet wurde und nicht mehr bewohnbar ist. Die Heimatregion eines unserer ältesten Schützlinge der ersten Generation im Shangrila Waisenhaus.
1.5 Millionen Kinder des Landes haben das Privileg einer Schulbildung laut den aktuellsten Daten der UN nicht. 1 Prozent bzw. 13700 Kinder wurden beim intendierten Bildungsziel von 1 Million unterstützter Kinder seitens der UN bislang erreicht. Die Anstrengungen Nepals und der NGOs, haben über viele Jahre hinweg zu einer Einschulungsrate von 98 % geführt. Das dieser nachhaltige Erfolg Bestand haben wird, ist nun in akuter Gefahr. Unsere Jugendorganisation SDA arbeitet intensiv in ihrer Projektregion, damit die Schulbildung und ein warmes Essen für 300 Kinder, sowie der Aufbau von zerstörten Schulen und temporären Lernsystemen umgesetzt werden kann.
Mit einer Finanzierung von gerade einmal 28% der notwendigen Gelder durch die internationale Gemeinschaft , sieht es in den anderen Bereichen/ Clustern (Schutz von Frauen und Kindern, Camp Koordination, Ernährung, Wasser, Sanitärwesen und Hygiene, Unterkünften und Gesundheit) ernüchternd aus. Der Fokus liegt bei der UN, wie in unserem Wiederaufbauprojekt auf dem in Kürze eintreffenden Monsun und den zu erwartenden Folgen für die notleidenden Menschen Nepals.

Im Waisenhaus arbeitet das Team weiterhin am Aufbau von Routinen, die leider auch heute durch mehrere Nachbeben gestört wurde. Ein Kinderpsychologe unterstützt das Team. Da die Kinder aufgrund der Nachbeben weiterhin nicht im Waisenhaus schlafen können, bauen wir eine zusätzliche und dauerhaft nutzbare Unterkunft. Sie wird auch zu einem späteren Zeitraum für die Aktivitäten im Waisenhaus multifunktional nutzbar sein.

Das Soforthilfeteam von Shangrila organisierte gestern mit 9 Ärzten (Pädiater, Zahnärzte und Allgemeinärzte), vier Krankenschwestern und fünfzehn Volontären als Initiative H4H (Help for Health) im Bhaatedanda, Kavrepalanchok Distrikt die medizinische Versorgung und Trainings von 89 Kindern (50 Mädchen; 39 Jungen and 5 Babies). Die diagnostizierten medizinischen Probleme waren vorwiegend Unterernährung, Asthma, Erkältungen, Zahnprobleme und Fieber . Entsprechende Nahrungsmittel und Medikamente wurden verordnet und Kinder mit Wachstumsproblemen an Spezialisten vermittelt. Die lokale Partnerorganisation Change Fusion Nepal und Menschen aus der Region unterstützten die Durchführung des Gesundheitscamps.

Das Wiederaufbauprojekt SRDP, dass überlappend zu den Aktivitäten der Soforthilfe startete, arbeitet intensiv an fundierten Unterstützungsstrukturen für die Menschen in den nächsten Monaten. Fundierte Datenassessments, Nothilfezentren, verbesserte Notunterkünfte für die Monsunzeit und detaillierte Planungen für den Bau von erdbebensicheren Häuser sind Bestandteil der täglichen Arbeit des Teams. Die Arbeit findet wie in der Soforthilfe, in Vernetzung mit internationalen Teams, Bot- schaften und Unterstützungsteams aus Deutschland und der Schweiz statt. Getragen wird das Projekt durch ein gemeinsames Board von Shangrila orphanage, Shangrila Development Association, Govinda, Stiftung Usthi und Shangrila Schweiz.

Wir bewundern die Teams für ihr Durchhaltevermögen, dass sie nach 5.5 Wochen mit hunderten Nachbeben, der umfangreichen Soforthilfe und in einem stetigen wandelnden, herausfordernden Umfeld weiterhin zeigen. Die Zeit von wenigstens ein paar Tagen ohne Nachbeben, bevor der Monsun eintrifft, scheint Ihnen, den Menschen des Landes und uns weiterhin nicht vergönnt zu sein.
Namaste.

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